Ballsportverein Altenessen 06
Unsere Geschichte: Geschrieben von: Lesebuchkreis Altenessen
Vor mehr als 100 Jahren stand man der neuen Sportart Fußball verständnislos und
ablehnend gegenüber. Es gab noch keine Fußballvereine. Man sah den Sport als
"Ausländerei" an und verbot der Jugend das Fußballspielen. Trotzdem spielte man
auf Straßen und Plätzen.
Im Herbst 1903 gründete ein kleine Zahl von Schülern des Altenessener
Gymnasiums ein Mannschaft, die als Pioniertruppe des Altenessener Fußballsports
angesehen werden kann. Das erste Fußballwettspiel in Altenessen nach einer
Spielregel trug die Schülermannschaft auf einem Platz hinter dem damaligen Teich
im Kaiserpark gegen den Sportverein Preußen Berge-Borbeck aus. Der
Schülerverein siegte 8:0. Ein Jahr später löste sich der Schülerverein wieder auf.
Es bildeten sich weitere Straßenclubs.
Für die Geschichte des BVA 06 war die Existenz eines Straßenclubs mit der
Bezeichnung „Regilia" von besonderer Bedeutung. Sein Revier befand sich in der
Umgebung des Kirchplatzes von St. Johann. Diese Straßenmannschaft war auch
unter dem Namen „Spitzclub" bekannt, weil die Gebrüder Spitz in der Böhmerheide
Eigentümer des einzigen Spielballes waren. Im Jahre 1906 fassten dann einige
Mitglieder des ehemaligen Sportvereins und „Regilia" den Entschluss, einen neuen
Verein zu gründen.
So entstand nach einem Spiel des Straßenclubs „Regilia" gegen Rhenania Essen
am 6. Mai 1906 der heutige Ballspielverein Altenessen 06. Am 27. Mai 1906 wurde
der erste Vorstand gewählt.
Im Jahr 1910 wurde der Verein in den Rheinisch-Westfälischen Spielverband
aufgenommen. Einen Rückschlag erlitt der Verein, als sein Spielplatz im Kaiserpark
seitens des Verbandes für spielunfähig erklärt wurde. Die Bürgermeisterei
Altenessen weigerte sich beharrlich, dem Verein für den „entarteten Sport" ein
geeignetes Gelände zur Verfügung zu stellen. Aber man hatte schon damals den
Einfluss der Presse auf das öffentliche Leben erkannt und sicherte sich diese Hilfe.
Unter dem Druck der Presse wurde dann dem Verein der Platz hinter dem
Gymnasium angewiesen. Im Jahre 1913 gelang die Meisterschaft der B-Klasse,
womit der Aufstieg in die A-Klasse verbunden war.
Der 1. Weltkrieg begann. Obwohl 90 Prozent der Mitglieder in den Krieg zogen,
schaffte der Verein in der Spielzeit 1915/16 mit einem Sieg über Preußen Duisburg
die Ruhrbezirksmeisterschaft.
Auf der ersten Mitgliederversammlung nach dem Krieg 1918 wurde die
Jugendabteilung gegründet. Mit Wiederaufnahme des Spielbetriebes wurde der
Verein auf Grund seiner Spielstärke in die inzwischen neu gestaltete Liga-Klasse
aufgenommen. Die Glanzzeit des BV Altenessen waren die Jahre 1925/26. Die 1.
Mannschaft wurde Ruhrgaumeister, westdeutscher Vizemeister und nahm an den
Spielen um die deutsche Meisterschaft teil. Dabei spielte man vor 30.000
Zuschauern an der Radrennbahn in Essen. Nach zwölfjähriger Zugehörigkeit zur
ersten Spielklasse ging der Weg 1932 in die Bezirksklasse.
Wir schreiben das Jahr 1945. Der Platz ist verwüstet, die Tribüne zerstört. Im
letzten Kriegsjahr war der Platz von der
Karosseriebaufirma Gebr. Ludewig für Fahrzeuge
und als Schrottablagestelle benutzt worden.
Wieder einmal gehen nun Mitglieder und Freunde
des BV Altenessen daran, das Spielfeld wieder
bespielbar zu machen.
Die erste Mannschaft spielte bis 1954 in der
Amateurliga. Es ging in die Bezirksklasse. Im
Jubiläumsjahr 1956 gelang der Wiederaufstieg in
die Amateurliga. In den nachfolgenden Jahren
spielte die 1. Mannschaft mit wechselndem
Erfolg in der höchsten Amateurklasse. Dabei
waren auch Ab- und Wiederaufstieg zu
verzeichnen. 1960, 1966 und 1993 wurden sie
Stadtpokalsieger.